Tierra sín mal

Colina del sol

25
M
Eine Woche der Eingewöhnung
25.03.2020 10:13

Luna ist nun etwas über eine Woche bei uns.

Sie gibt sich alle Mühe ein gutes und vollwertiges Mitglied des Rudel zu werden. Leider ist unsere Inge  über Lunas Anwesenheit nicht so begeistert.

Da Inge in dem 2er Rudel (Inge und Ursel) die Rudelführerin war wollte sie nun die 6 jährige Luna nicht dulden. Sie hatte die Sorge das Luna ihr ihre Stellung streitig machen würde. Nun war es Inge ja auch gewohnt bei Ursel ihren Willen ganz einfach durch zu setzen. Inge hatte also bisher das Sagen.

Selbstverständlich ist Gustl dabei ausgenommen. Da er dem Rudel nur anhängt und nicht dazu gehören möchte. (Er denkt bestimmt er ist gar kein Hund.) Er setzt sich schon bei den Mädchen durch und zeigt ihnen ihre Grenzen auf aber mit ihnen in Aktion treten, Fehlanzeige. Auch von Luna will Gustl nichts wissen. Ihn nervt das alles nur und er genießt die Ruhe mit uns 🙃

Da Inge nun Angst um ihre Position hat und auch ihre Resourcen (Futter, Leckerchen, Besitzer, Spielzeug, Lieblingsplatz usw.) gesichert sehen will, kam es in der vergangenen Woche zu 2 sehr heftigen Beißereien. Bei der ersten Beißerei ging es um ein altes Kuhhörnchen. Beide Hunde (Inge und Luna) wollten es haben. Jede sprach der Anderen ihre Drohung aus aber beide haben auch die Drohung der Anderen geflissentlich überhört. Somit war die erste Beißerei im Gang. Gott sei Dank konnte ich die beiden Kampfhunde sehr schnell wieder voneinander trennen. Luna (durch ihr Leben auf der Straße ist sie wohl eine erfahrene Kämpferin ums tägliche Überleben geworden) ging ohne Blessuren aus dem Kampf. Inge (es war ihr erster Kampf bzw. ihre erste ernsthafte Auseinandersetzung) hatte wohl einige Schrammen abbekommen. Durch diesen ersten Kampf scheint sie nun ihr letztes Babykleid abgeworfen zu haben und ist heute ein erwachsener  Hund, der weiß dass das Leben nicht nur Schabernack und Spaß ist.   Der Schreck war mehr oder weniger schnell verdaut und man ging erstmal angespannt in seine Ecke. An dem Tag guckten sich die rivalisierenden Hunde nicht mehr an. Jede machte um die Andere einen Bogen. Um nachts eine Beißerei zu vermeiden sperrte ich Luna in den Zwinger.

Am anderen Morgen wurde Luna von ALLEN Hunden, auch von Inge, freundlich begrüßt. Wir gingen zusammen unsere Morgenrunde. Inge und Ursel forderten Luna immer wieder zum Spiel heraus. Nein, Luna ging nicht darauf ein. Sie wollte ihre Ruhe haben und da die beiden keine Ruhe gaben baute sich bei Luna  wieder Agressionen auf. Ich nahm Inge und Ursel zu mir und so konnten wir alle entspannt den Rückweg antreten. Nach dem Mittagessen wollte Theo mit dem Moto und den Hunden zum Arroyo zum Schwimmen fahren. Alle sind mit ihm gelaufen und hatten ordentlich Spaß. Außer Luna. Sie wollte partout nicht mit. Na ja, ok, wer nicht will der hat schon! Dachte ich mir und nahm Luna mit zum Haus. Ich machte meine Arbeit und Luna lag bei mir, mal in der Sonne und mal im Schatten. Als die Anderen von Schwimmen zurück kamen wurden sie von Luna begrüßt und dann ging Luna spazieren. Na ja, ich dachte mir erst, "ok, läuft sie etwas allein um sich in Ruhe anzusehen wo sie hier ist." Weit gefehlt! Wir sahen Luna an dem Tag nicht mehr 😏 Wir machten uns große Sorgen. Sie kam und kam nicht zurück 😟 Morgens gegen 4 Uhr wurde Theo von mächtigem Gebelle auf unserem Hof geweckt. Er sprang auf um zu sehen was der Grund war. Der Grund war ganz einfach und ihm fiel ein Stein vom Herzen. Inge und Ursel wähnten einen tierischen Angreifer und wollten diesen mit lautem Gebäll vertreiben. Aber es war kein Angreifer, es war Luna.

Luna kam nach Hause.

Der kommende Tag war recht entspannt und wir dachten schon, nun sind wohl alle Wogen geglättet. Bis zum Abend verlief der Tag ereignislos. Abends schlugen alle Hunde, wie man es hier kennt, gemeinsam bei verdächtigen Geräuschen an. Kurz bevor wir zu Bett gehen wollten gingen wir noch einmal um's Haus. Die Hunde liefen vor. Inge und Luna waren als erste auf der Terrasse und beide sahen wohl auch gleichzeitig einen interessanten Knochen unterm Tisch liegen. Dieses Mal wurde nicht gedroht oder gewarnt. Nein, es ging sofort zur Sache. Wir (Theo und ich) kamen gar nicht so schnell in die Kampfarena. Inzwischen waren sie so sehr verbissen das wir sie nicht mehr so einfach auseinander bekamen. Es half nur noch der der Inhalt des Wassernapfs. Der Schreck des Wassers ließ beide in verschiedene Richtungen springen. Nun waren die Verletztungen zwar nicht schlimmer aber dennoch wesentlich mehr. Für den Rest des abends und der Nacht kam Luna wieder in den Hundestall. Beide Kampfbienen sollten ihre Wunden lecken und die Nacht in Ruhe verbringen. Am anderen morgen begrüßte man/Hund sich freundlich als wäre nichts gewesen. Dennoch war Luna gegen Mittag wieder für 3-4 Stunden verschwunden. Als sie wieder zurück kam war ihr wohl mächtig heiß und sie hatte scheinbar riesig Hunger. Der weitere Tag verlief ruhig und entspannt.

Das ist nun 3 Tage her und es gibt keinerlei Vorkommen mehr. So wie es aussieht, haben sich die beiden Kontrahentinnen wohl oder übel akzeptiert. Nun werden wir das wohlwollend beobachten und hoffen das es mindestens so bleibt wie es im Moment ist. Schöner wäre es, wie gesagt, wenn Luna auch im Rudel aufgenommen würde. Die Zeit wird es vielleicht zeigen 😉

¡Vamos a ver!

Man akzeptiert sich aber jeder liegt woanders. Man liegt nicht zusammen.

Nach dem Ausflug am Mittag brauchte Luna erstmal eine Abkühlung bevor sie sich hungrig über das Futter hermachte. Anschließend wurde im Schatten verdaut und entspannt.

Luna genießt sichtlich die volle Aufmerksamkeit. 🙂

Das entspannte Zusammenliegen, wäre vor einigen Tagen nicht denkbar gewesen.

So wie es im Moment zwischen den Hunden läuft, scheinen wir auf einem guten Weg zu sein. So hoffen wir das es mindestens so bleibt oder das es gar noch besser wird.

Die Zeit wird es zeigen!

Ach, die Zeit vergeht....
Corona