Tierra sín mal

Colina del sol

20
Au
Krankheiten
20.08.2020 15:41

Das liebe Vieh

Seit einiger Zeit ging es unserer jüngsten Kuhmutti nicht so gut. Sie war schlapp und ihr fehlte es an Energie. Auch gab sie wenig Milch, so das ihre Tochter Negrita zugefüttert werden musste. Plötzlich, eines Tages viel die junge Mutter einfach um. Niemand hatte sie geschubst. Echt nicht! 😟

Eilig kam unser Capataz und schaute nach dem Rechten. Außer einer Schürfwunde, die sie sich beim Sturz gegen das Gatter zugezogen hatte, war äußerlich nichts zu sehen. Der Capatz rief die Männer zusammen und sie "hängten" die arme Kuh auf.

Es stellte sich heraus das die Kuh Milchfieber hat. Das bekommen Kühe schnell wenn sie bei der Geburt und dem Säugen des Kalbes mehr Calcium und Phosphor verlieren als sie wieder über die Nahrung aufnehmen können. Jetzt im Winter wächst das Gras auf den Weiden nicht mehr so schnell wie im Sommer und die einfache Zufütterung von Zuckerrohr und Kamerungras reichte sichtlich nicht aus.

Bis unsere junge Kuh wieder auf den Beinen ist wird ihre Tochter Negrita mit der Flasche gesäugt. Die Kuh selbst bekommt im Moment täglich eine Calciuminjektion und außerdem, wie auch ab sofort alle Kühe, Calcium, Phosphor und Vitamine in Pulverform über das Futter in den Trog.

Selbstverständlich wollte Negrita anfänglich nichts von der Plastikzitze wissen und zierte sich etwas.

Das klappte mit der Zeit aber immer besser und inzwischen trinkt sie mir sozusagen aus der Hand 😉

Inzwischen geht es unserer kranken Kuh um einiges besser. Sie kann zwar nocht nicht allein aufstehen aber wenn unser Capataz mit seinen Männern mit anfasst und der Kuh helfen, schafft sie es auf die Weide, in die Sonne. Die Wärme der Sonne tut ihr gut und hier kann sie wieder selbstständig fressen und langsam ihre Muskeln tainieren. Sie bekommt weiterhin das Pulver über's Futter gestreut und es geht ihr von Tag zu Tag sichtlich besser.


Auch unsere Inge hat es hart getroffen.

Wir kamen abends von einer Einladung nach Hause und wurden nicht wie gewohnt von unserer Inge am Tor begrüßt. Das machte uns sehr stutzig. Auch nach mehrmaligen Rufen, keine Reaktion. Wenn wir nach Hause kommen und die Hunde so schön auf alles aufgepasst haben, werden sie mit einem leckerchen für ihre Arbeit belohnt. Als ich das Leckerchen vergeben wollte sah ich Inge auf der Treppe zur Terrasse stehen. Ich ging zu ihr und wollte ihr das Leckerchen geben aber sie nahm es nicht. Plötzlich sah ich auf Inges Fell einen riesigen dunklen Fleck. Da es dunkel draußen war habe ich Inge mit herein ins Licht genommen um zu sehen was es war. Ich bekam einen großen Schreck. Inges Fell war im Winkel aufgerissen und von der Bauchdecke gelöst. Sie standt unter Schock und hatte scheinbar noch keinen Schmerz. Ich versorgte rasch die Wunde für die Nacht und legte Inge mit einer sauberen und gut versorgten Wunde ins Krankenzimmer. Langsam löste sich der Schock und Inge bekam wohl starke Schmerzen. Sie zitterte und fiepte. Ich gab ihr eine schmerzstillende Tablette, so das sie schlafen konnte. Am nächsten Tag ging es in aller Frühe direkt zum Tierarzt der die Wunde nähen sollte.

Wir vermuten das Inge hinter einer der Katzen her war und irgendwo am Stacheldraht hängen geblieben ist. Und wie Hunde nun mal so sind, sie rennen vor und nicht langsam zurück. Auch nicht wenn man sich dabei das Fell vom Leib reißen könnte.

Und speziell Inges Charakter: Tot oder Weltmeister. Sie gibt immer 100%.

Wir gaben Inge beim Tierarzt ab und konnten sie gut vernäht am Nachmittag abholen.

An diesem und am nächsten Tag war Inge noch nicht wieder fit. Aber dann, dann stand sie wieder an der Tür des Krankenzimmers und wollte raus. Sie bekam, das sie nicht so einfach an der Wunde lecken konnte, von mir ein altes Shirt an. Sie fand es schrecklich und machte sich wohl Sorgen das die Nachbarn sie so nicht sehen mussten. Was sollten die wohl von ihr denken? Inge im Kleid, tz, lächerlich!!

Aber es sollte nicht helfen. Einige Tage später, in einem unbeobachtet Augenblick, rannte sie wieder einer der Katzen hinterher. Ich rief sie noch, doch es nutzte nichts. Auf dem Rückweg tobte sie noch mit Ursel und da wer es geschehen. Die Wunde war aufgerissen und alles hing wieder in Fetzen. Also, gleich wieder zum Tierarzt und das gleiche Spiel von vorn. Nur dieses Mal kam es für Inge, damit sich das nicht wiederholt, noch härter.

Jetzt bekam Inge einen tollen Kopfschmuck, ein neues Kleid und Hausarrest im Zwinger.

Der Kopfschmuck damit sie sich nicht lecken konnte, das neue Kleid damit das andere gewaschen werden konnte, und der Hausarrest damit sie nicht den Katzen hinterher jagen konnte und nicht mit Ursel toben konnte.

Inge findet das alles saublöd und ist echt genervt. Aber, Gott sei Dank, alles hat mal ein Ende. So auch Inges Tortur. Unter den darstischen Maßnahmen konnte die Verletzung gut heilen und morgen ist es so weit. Morgen Vormittag werden die Fäden gezogen und sie darf endlich wieder rennen und toben.


Zwischendurch hatte Theo noch eine sehr starke Erkältung und lag 3 Tage im Bett und hat sich von mir verwöhnen lassen. Er ist inzwischen, bis auf den Husten, auch wieder voll fit. Und ist jetzt im Moment wieder irgendwo auf unserem Terreno zu finden.

Er wollte nicht das ich ihn so fotografiere. So müsst ihr halt mit dem kleinen Satz der Anmerkung zufrieden sein 😜


Da nun all meine Patienten auf dem Weg der Besserung sind und wieder, mehr oder weniger, fit sind  schließe ich ab Montag wieder mein kleines Hospital. Kleinigkeiten werden Ambulant behandelt 😜

El comedor